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Martin Suter

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Interview: Fatima Vidal


F.V.: Sie waren als Werbetexter in einem
Traumberuf tätig. Aus welchem Grund haben
Sie den Beruf gewechselt und sind Schrift-
steller geworden?

Martin Suter: Mein Traumberuf war von Anfang
an Schriftsteller. Das Texten hatte ich stets als
Übergangsberuf betrachtet. Wer gerne schreibt
und das Talent dazu hat, will früher oder später
nicht nur bestimmen, wie er etwas sagt, sondern
auch, was er sagt.
 
F.V.:
Für Erstlingsautoren ist die Verlagssuche keine einfache Sache.
Wie haben Sie einen Verlag gefunden?

Martin Suter: Ich hatte Diogenes ein Manuskript geschickt und es mit einer
Standardabsage zurückbekommen. Da ich unbedingt zu Diogenes wollte,
schrieb ich ein neues (Small World) und schickte es wieder an Diogenes.
Diesmal allerdings mit der Empfehlung eines Freundes mit guten Kontakten
zum Verlag. Ich glaube zwar nicht, dass ein Verlag ein Buch wegen einer
Empfehlung publiziert. Aber dass das Lektorat einem empfohlenen Manuskript
mehr Beachtung schenkt, schon.

F.V.: Ihre Plots sind Meisterwerke. Verraten Sie uns, wie Sie beim Schreiben
vorgehen? Ist Ihnen jede Geste Ihrer Protagonisten bekannt, bevor Sie mit
dem eigentlichen Schreiben beginnen?

Martin Suter: Der Plot ist mir sehr wichtig. Ich traue mir nicht zu, eine
Geschichte zu improvisieren, ohne dass man ihr anmerkt, dass sie improvisiert
ist. Ich zeichne die Etappen auf, an denen die Geschichte vorbeikommen muss.
Und ich kenne das Ziel, an das sie gelangen muss. Das heisst aber nicht,
dass ich der Geschichte nicht erlaube, von ihrem Weg abzukommen. Doch
ich will den Weg kennen, von dem sie abkommt.

F.V.: Wie lange und wie intensiv schreiben Sie an einer Geschichte?

Martin Suter:
An einer Erstfassung arbeite ich sehr konzentriert etwa vier bis
fünf Monate, täglich, acht Stunden oder mehr pro Tag. Insgesamt dauert es
immer etwa ein Jahr von der ursprünglichen Idee bis zur Endfassung.

F.V.: Adrian Weynfeldt, der Hauptprotagonist Ihres letzten Romanes, lässt
jedes Frauenherz höher schlagen, obwohl er kein Held im eigentlichen Sinne
ist. Was meinen Sie, warum ist das so?

Martin Suter: Meine Hauptfiguren sind nie Helden im klassischen Sinn. Es
sind immer Figuren, denen eine Geschichte zustösst. Ich selbst habe Adrian
Weynfeldt auch von Anfang an gemocht. Vielleicht gefällt an ihm, dass er
nicht nur der letzte Weynfeldt sondern auch einer der letzten Gentlemen ist.

F.V.: Was empfehlen Sie Schreibbegeisterten, die von einer Karriere als
Bestsellerautor/in träumen?

Martin Suter: Lesen, lesen! Schreiben, schreiben! Zuhören, zuhören! Reden, reden!

Vielen Dank, Martin Suter!

Mehr Infos über Martin Suter: www.diogenes.ch




 
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