Archiv für die Kategorie ‘08 Blogautor/innen’

Karriere, Anthologien und der Mailänder Dom.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Ein Texter schafft sich einen Namen dadurch, guten Text zu liefern. Kann er sich dann auch noch anständig präsentieren, steht es auch um den Biervorrat im Kühlschrank nicht all zu schlecht. Auch klar: Nicht nur während Wirtschaftskrisen klammert man sich an Stammkunden wie ein verängstigter Bonobo an die Genitalien anderen Bonobos. Stammkunden sorgen dafür, daß man kalkulieren kann. Ihr wißt schon: „Darf ich mir im Februar den neuen Drucker leisten, oder muß ich dafür auf Toilettenpapier verzichten?“ Solche Dinge.

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Aber wie macht das ein Autor? Der hat ja eher selten eine Stammkundschaft sondern ist ständig auf der Suche nach Veröffentlichungsmöglichkeiten. Schreibt man regelmäßig Artikel für Magazine oder Websites, nun ja, dann fällt die Kalkulation einfacher. Aber wie sieht es bei den ausschließlich schöngeistigen Schreiberlingen aus?

Hoffentlich ist da kein Affen-Sex involviert …

Zumindest wenn man keine Biologie-Thriller (oder eigenartige Glossen) tippselt, sollten die rekreativen Tätigkeiten von Primaten eine eher geringe Rolle bei der eigenen Karrierebildung spielen.

Prinzipiell ist der Ansatz aber derselbe wie bei Textern: Sich einen Ruf erarbeiten, seine Person „vermarkten“ und nach Stammkundschaft suchen – in Form eines Verlagsvertrags über mehrere Bücher. Bei Unterhaltungs-Autoren spielt auch der Faktor „Glück“ eine nicht zu unterschätzende Rolle. Zumindest dann, wenn man es zum Bestseller-Heini bringen möchte. Du kannst die besten Romane aller Zeiten schreiben, den wirklich großen Durchbruch schaffst du erst, wenn mal Hollywood vorbeikommt und ein David Fincher oder so dein Werk verfilmt. Mal ernsthaft, wer las schon Palahniuk vor der Verfilmung von „Fight Club“?

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Dinner for Two oder Vier Augen Hören mehr als Zwei

Sonntag, 08. November 2009

In früheren Glossen ließ ich durchscheinen, daß viele Texter eigenbrötlerische Egomanen sind. Niemand soll ins Getippsel quatschen. Und wenn der Kunde unzufrieden sein sollte, nun ja, dann ist das dessen Problem. Auch die Einmischung von Lektoren und Textredakteuren wird eher mit Argwohn beäugt. So ähnlich wie das Stück Käse vom Sommer 2001, das noch immer in Plastik gewickelt im Kühlschrank liegt und eine Generation Schimmel beherbergt, die gerade die Keilschrift erfunden hat. Aber ich schweife ab.

Kurz gesagt: Die Großzahl der Texter und Autoren möchte gerne ihr Ding durchziehen. So auch ich. Aber diese Woche habe ich etwas Interessantes erlebt, als ich mit einem befreundeten Schreiberling am Mac saß. Wirklich, wirklich interessant.

Irgendwie klingt das schmutzig und mein Kopfkino geht gerade los …

Nein, nein! Nein. Total unschmutzig, Internet-Pornographie war nicht involviert. Aber – wir haben einen Text redigiert. Gemeinsam. Gemeinsam! Und ich fragte mich anschließend, ob ich den Einsiedler-im-Wald-Narr-aufm-Hügel-Ansatz verwerfen sollte.

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Von Kommunikationskonzepten und G&T

Samstag, 10. Oktober 2009

Ich hatte in anderen Glossen angedeutet, daß sich manche Texter gerne pompös als „Kommunikationsberater“ bezeichnen. Ergibt ja auch irgend wie Sinn – guter Text ist nie losgelöst von der Gesamtkommunikation eines Kunden. Der Text muß sitzen wie der maßgeschneiderte Anzug aus dem letzten London-Urlaub. Also liegt es nahe, daß die Texterin auch „Konzept“ anbietet. In einer idealen Welt setzt jeder Auftragsgeber entweder bereits so etwas ein oder verlangt auf Knien danach, ihm ein solches Dingens auszuarbeiten.

Ja, ja. Die ideale Welt. Wo der Blick auf reißerische Schlagzeilen verzichtet und die NZZ sich öffentlich für das hässliche Redesign der Zeitung entschuldigt. Die ideale Welt, wo sich alle lieb haben und es trotzdem nicht arschlangweilig wird. Die ideale Welt, wo das Wetter immer zu aktueller Stimmungslage und Wärmebedürfnis paßt, und zwar für jeden Menschen individuell, gleichzeitig. Genau.

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Heidelberger Appell: Christoph Hardebusch zieht Unterschrift zurück

Mittwoch, 24. Juni 2009

Zum Heidelberger Appell schrieb ich bereits etwas. Auch, daß sich nicht wenige Autoren fragen, ob es wirklich sinnvoll ist, seine Unterschrift zu leisten.

Nun ja, nicht als erster zog der Phantastik-Autor Christoph Hardebusch heute seine Unterschrift zurück. Aus seiner Begründung hervorzuheben ist insbesondere diese Passage:

Einer der Gründe für meinen Entschluss war die Gesellschaft, in die man sich begeben hat. Nicht wenige Äußerungen von Unterzeichnern haben mir ein Kopfschütteln abverlangt, da dort ein reaktionäres, weltfremdes Verständnis des Internets und der technologischen Veränderungen unserer Zeit zutage kamen.

Ich denke, das dürfte ziemlich eindeutig sein. Nur, weil man Google nicht mag, sollte man sich nicht der Realität des digitalen Zeitalters verschließen. Hoffen wir, daß auch weitere Autoren konsequent sein werden.

VG Wort-Beschluß zum Google-Settlement: „Urheberrecht vom Kopf auf die Füße stellen“

Montag, 25. Mai 2009

Die Verwertungsgesellschaft Wort beschloß in der Mitgliederversammlung vom 23. Mai 2009 die Strategie zum Umgang mit Google – respektive mit dem Online-Angebot Google Book Search.

In der Pressemitteilung ist unter anderem zu lesen:

Der Beschluss der Mitgliederversammlung sieht vor, dass die VG Wort die Vergütungsansprüche für die bis zum 5. Mai 2009 von Google digitalisierten Werke einzieht, gleichzeitig aber die in Deutschland erschienenen Werke aus dem Digitalisierungsprogramm von Google zurückzieht. Dies wiederum wurde mit der Möglichkeit verbunden, dass die VG Wort in Zukunft digitale Nutzungen von vergriffenen Werken – im Unterschied zu lieferbaren Werken - lizenzieren kann, wenn die Rechteinhaber damit einverstanden sind.

Das Ganze setzt natürlich voraus, daß der angestrengte Vergleich zwischen Google und dem US-Autorenverband Authors Guild zu Stande kommt. Nichts desto trotz gibt die VG Wort ziemlich Gas:

Dessen ungeachtet wird die VG Wort in Kürze sämtliche Wahrnehmungsberechtigten und Bezugsberechtigten über die Änderungen des Wahrnehmungsvertrages und des Inkassoauftrags für das Ausland sowie das weitere Verfahren informieren.

Kurz gesagt kommt es zu einer Vertragsänderung für die immerhin rund 360.000 Autoren und 8.000 Verlage, die bei der VG Wort registriert sind. Das Problem bei der Sache:

Ja, es werden Infoschreiben verschickt. Aber wenn man dann nicht innerhalb von sechs Wochen persönlich Widerspruch einlegt, falls man möchte, nun ja, gilt die Vertragsänderung als angenommen. Stillschweigend.

Allen Autoren und Verlagen, die mit der VG Wort zusammenarbeiten, kann ich entsprechend nur raten: Nutzt die Zeit, um euch zu informieren, ob diese Lösung wirklich das ist, was ihr haben wollt.

Neues Buch von Dan Brown

Mittwoch, 22. April 2009

Im neuen Buch «The Lost Symbol» (Das verlorene Symbol) ist Symbolforscher Robert Langdon, wieder Hauptprotagonist - wie bereits in «Illuminati» und «Sakrileg». Interessantes Detail: Die Geschichte spielt innerhalb eines Zeitraums von 12 Stunden. Das Buch erscheint im September. Ich freue mich darauf.

>> Website des Autors

Texte für Bilderbücher

Freitag, 17. April 2009

Eine Bilderbuchgeschichte ist mehr als eine Kurzgeschichte für Kinder. Natürlich braucht es eine überzeugende Grundidee. Die Ausgestaltung aber muss einen besondern Härtetest bestehen: Kinder wollen eine geliebte Geschichten immer wieder hören. Der Worttext bestimmt die Thematik des Bildtextes, er leitet unsere Wahrnehmung der Bilder, muss aber auch Aufgaben abtreten an diese. Die scheinbar einfachen Geschichten für Kinder verlangen also Imaginieren und Verdichten. Schreibszene-Seminar mit Hans ten Doornkaat und Monika Götze.  (Bild: Atlantis-Verlag) >>Alle Infos zum Seminar vom 2. Mai in Zürich

Klosterarchiv Einsiedeln

Freitag, 17. April 2009

Das Archiv des Klosters Einsiedeln macht seine Dokumente im Internet zugänglich. Die 20′000 Dokumentenseiten zur Geschichte des Benediktinerklosters können frei abgerufen werden. www.klosterarchiv.ch

Liebe Leserin, lieber Leser

Freitag, 17. April 2009

Die Kommentare verschwinden einfach so aus diesem Blog. Woran könnte das liegen? Hat jemand bereits Ähnliches erlebt? Rückmeldungen sind sehr willkommen.

Corporate Blogging

Dienstag, 14. April 2009

Aufgefallen
Seminar Corporate Blogging mit Marcel Bernet
Blogs sind so gut wie ihre Konzepte und deren tägliche Umsetzung. Das MAZ/Bernet-Seminar verdichtet in einem Tag die wesentlichen Blog-Learnings und deren Einbettung in neue Entwicklungen wie Twitter und Facebook.” 7. Mai 2009 in Luzern
Alle Informationen: http://www.bernetblog.ch/dialog