Archiv für die Kategorie ‘Text/Konzept’

Dinner for Two oder Vier Augen Hören mehr als Zwei

Sonntag, 08. November 2009

In früheren Glossen ließ ich durchscheinen, daß viele Texter eigenbrötlerische Egomanen sind. Niemand soll ins Getippsel quatschen. Und wenn der Kunde unzufrieden sein sollte, nun ja, dann ist das dessen Problem. Auch die Einmischung von Lektoren und Textredakteuren wird eher mit Argwohn beäugt. So ähnlich wie das Stück Käse vom Sommer 2001, das noch immer in Plastik gewickelt im Kühlschrank liegt und eine Generation Schimmel beherbergt, die gerade die Keilschrift erfunden hat. Aber ich schweife ab.

Kurz gesagt: Die Großzahl der Texter und Autoren möchte gerne ihr Ding durchziehen. So auch ich. Aber diese Woche habe ich etwas Interessantes erlebt, als ich mit einem befreundeten Schreiberling am Mac saß. Wirklich, wirklich interessant.

Irgendwie klingt das schmutzig und mein Kopfkino geht gerade los …

Nein, nein! Nein. Total unschmutzig, Internet-Pornographie war nicht involviert. Aber – wir haben einen Text redigiert. Gemeinsam. Gemeinsam! Und ich fragte mich anschließend, ob ich den Einsiedler-im-Wald-Narr-aufm-Hügel-Ansatz verwerfen sollte.

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Von Kommunikationskonzepten und G&T

Samstag, 10. Oktober 2009

Ich hatte in anderen Glossen angedeutet, daß sich manche Texter gerne pompös als „Kommunikationsberater“ bezeichnen. Ergibt ja auch irgend wie Sinn – guter Text ist nie losgelöst von der Gesamtkommunikation eines Kunden. Der Text muß sitzen wie der maßgeschneiderte Anzug aus dem letzten London-Urlaub. Also liegt es nahe, daß die Texterin auch „Konzept“ anbietet. In einer idealen Welt setzt jeder Auftragsgeber entweder bereits so etwas ein oder verlangt auf Knien danach, ihm ein solches Dingens auszuarbeiten.

Ja, ja. Die ideale Welt. Wo der Blick auf reißerische Schlagzeilen verzichtet und die NZZ sich öffentlich für das hässliche Redesign der Zeitung entschuldigt. Die ideale Welt, wo sich alle lieb haben und es trotzdem nicht arschlangweilig wird. Die ideale Welt, wo das Wetter immer zu aktueller Stimmungslage und Wärmebedürfnis paßt, und zwar für jeden Menschen individuell, gleichzeitig. Genau.

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Ein Wort sagt mehr als 1000 Bilder

Dienstag, 06. Oktober 2009

textin September 2009 // Von Stefan Meier

Schreibszene-Seminar mit dem Direktmarketing-Profi - am 22. Januar 2010 in Zürich: “Werbebriefe mit Power”

Ein Bild kann ein Blickfang sein oder einen Sachverhalt erhellen. Aber nur das Wort kann die konkrete Reaktion auslösen, die Sie mit einer Werbemassnahme anstreben.

Wer liest denn heute noch einen Werbetext! Wenn Sie wie viele andere meinen, niemand, werden Sie vermutlich nicht weiterlesen. Denn was folgt, ist ein Werbetext für das Wort in der Werbung – für Werbung, die eine konkrete und messbare Reaktion auslösen soll: das Gewinnen von Anfragen, Bestellungen, Anmeldungen, das Ändern von Verhaltensweisen und Einstellungen. Solche Ziele erreichen Sie nur, wenn Sie die Empfänger Ihrer Werbung involvieren und emotional ansprechen, wenn Sie sie bei der Hand nehmen und von einem Ja zum andern führen – bis zur Handlung, die Sie bewirken möchten. Und dazu brauchen Sie das Wort.

Wie ein Liebesbrief

Ich weiss nicht, ob Sie die Wirkung eines Liebesbriefes kennen. Einen solchen lesen Sie doch auf jeden Fall, wie umständlich er auch geschrieben sein mag – und je länger (more…)

Verstehen Sie auch nur Main Station?

Dienstag, 22. September 2009

Wolf Schneider warnt uns davor. Und auch in der Schreibwerkstatt der Schreibszene Schweiz wird uns empfohlen, Abstand zu halten, wenn sich Anglizismen anschleichen.

„Come in and find out“ wurde in einem Dortmunder Test mit „Komm rein und finde wieder heraus“ übersetzt und „Drive alive“ mit „fahre lebend“.

Natürlich kann nicht jeder englische Ausdruck übersetzt werden. „Brainstorming“ würde sonst zu „Gehirnsturm“.

Deshalb: Wir wählen nur dann ein Fremdwort, wenn wir für einen Sachverhalt kein genau passendes deutsches Wort haben.

Capito?

Eine Million Schlagzeilen. Gratis.

Mittwoch, 16. September 2009

“Sie brauchen für Ihre neue Kampagne noch schnell eine starke Schlagzeile? Nichts einfacher als das!”, meint Paul Girard auf seiner Website. Und stellt uns mit www.headliner.ch 1′000′000 Gratis-Headlines zur Verfügung. Danke Paul.

Das oder der iPod?

Donnerstag, 02. Juli 2009

“Ich werde dich ins Welschland schicken”, sagte der Vater zur Tochter, “um Französisch zu lernen”.
Wer lernt aus grammatischer Sicht Französisch?
Der Vater? Die Tochter?

Heisst es gedownloaded oder downgeloaded? Das iPod oder der iPod? Der, die oder das Nutella?

Max Wey, ehemaliger Chefkorrektor, weiss die Lösung (oder die Lösungen?).
Max Wey, Weys Deutschstunde, Echtzeit Verlag.

Werbetexte mit Power

Mittwoch, 29. April 2009

schreibszene: Wie erzielen Werbetexte eine Wirkung? Indem sie die Leser involvieren und bewusst zur gewünschten Reaktion führen! Sie lernen, handlungsorientierte Briefe und andere Werbetexte zu schreiben. Das Wissen, das Ihnen Stefan Meier vermittelt, können Sie sofort in Ihrer Berufspraxis anwenden. Das Besprechen Ihrer eigenen Beispiele ist während des Kurses möglich.
Stefan Meier gehört zu den besten Direktmarketing-Textern der Schweiz. Er schreibt seit zwanzig Jahren Texte, die Handlungen auslösen und Sachverhalte auf den Punkt bringen. Unter anderem für Betty Bossi, Nivea, Ringier-Titel, Coop, ZKB, Valiant Bank, Hotelplan, Allianz Suisse, Hero, Canon, Planzer und Modehaus Schild. (Bild: www.direktmeier.ch)
Eintägiges Seminar am 6. Juni 2009 in Zürich

Eike, reloaded.

Donnerstag, 19. März 2009

In der aktuellen Textín-Ausgabe ist ja dieser Artikel von mir drin. Eike. Leute, die sich unter Wert verkaufen und damit die ganzen anderen Autoren und Texter ziemlich in Verlegenheit bringen.

Nun ja, ich habe ein Interview mit Harlan Ellison gefunden, das es auf den Punkt bringt. Ihr wißt schon. Der Autor, der unter anderem auch an Star Trek geschrieben hat und als Berater für Babylon 5 tätig war.

Sicher, Amerika. Aber dasselbe ist auch hier Gang und Gäbe. Oder Gang und Gebe? Oder gang und gäbe? Egal. Die Nachricht zählt. Schaut’s Euch an. Und bildet Euch eine eigene Meinung. Das dürfte für jeden professionell Schreibenden interessant sein.

Pragmatische Rechtschreibung?

Montag, 16. März 2009

Viele fragen sich, zu recht: Wie soll man denn jetzt wirklich schreiben? Die Reform wurde reformiert, es gibt zig Alternativen und Möglichkeiten. Auch uns als Texter und Autoren sollte das beschäftigen – Korrektorat und Lektorat hin oder her. Und als ich heute in der Zeitung den Artikel eines SOK-Mitglieds gelesen habe … Ihr könnt es Euch vorstellen.

SOK steht für „Schweizer Orthographische Konferenz“. Mitglieder sind alle möglichen Leute, von Zeitungs-Redakteuren über Gymnasiallehrer bis zu Germanistik-Professoren, Verlagslektoren und Korrektoren. Gegründet wurde die Konferenz als Antwort auf die Rechtschreibreform. Denn wirklich glücklich war niemand darüber, der auch wirklich damit arbeiten mußte.

Auf ihrer Website finden sich die Empfehlungen der SOK. Also, wie man denn im Wirrwarr der gegenwärtigen Regelungen schreiben könnte. Oder sollte? Die SOK sieht sich als Berater, nicht als Vorschreiber. Dennoch ist es so, daß die allermeisten Empfehlungen der SOK von fast allen größeren Zeitungen und Magazinen im deutschsprachigen Raum eingehalten werden. Sei es FAZ, SZ, NZZ, Suhrkamp – sie alle arbeiten nach ähnlichen oder gar den gleichen Richtlinien. Als Grundlage zur eigenen Haus-Orthographie.

Also Grund genug, sich die Sache näher zu betrachten. (more…)